Rüthen. Alte Straßen- und Wegeleuchten auf neue ökoeffiziente LED-Technik umzurüsten hat die Rüthener Firma BöSha entwickelt. Beim Bundeswettbewerb „Kommunen in neuem Licht“ wurde das Unternehmen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im April zusammen mit neun weiteren Firmen ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich 141 Unternehmen beworben. Mit dem Preis (2 Millionen Euro) verbunden ist, dass BöSha in Paderborn rund 900 Leuchten im Paderborner Kernstadtgebiet mit LED-Leuchten umrüsten wird. Das BöSha-Verfahren Straßenleuchten umzurüsten ist in Deutschland einzigartig. Über die neue Technik und dem Rüthener Familienbetrieb informierte sich Professor Dr. Patrick Sensburg, CDU-MdB des HSK. „Als Quereinsteiger standen wir mit namhaften Firmen in Konkurenz“, so André Shahrokhshahi, Mitglied der Geschäftsleitung. Innovationskraft, technische Raffinesse und die Übertragbarkeit auf andere Kommunen hatte die Jury überzeugt. Sensburg vertrat die gleichen Aspekte. Durch Umrüstung von Straßenleuchten behält eine Wohnsiedlung oder Straßenzug ihren Charakter. „Besonders in einer Altstadt, wenn die Leuchten die Form einer alten Gaslampe haben, wird ein historisches Stadtbild nicht verändert“, so Sensburg. Ihn interessierte die Energieeinsparung durch die LED-Technik. Ein Beispiel: Bei 20 Straßenleuchten mit der gebräuchlichen HQL (Quecksilberdampflampe) werden rund 2 000 Kilowatt pro Stunde verbraucht. Die LED-Technik benötigt nur 600 Kilowatt. Somit auch ein geringerer CO2-Ausstoss. Der Wartungsaufwand durch rund 50 000 Betriebsstunden. Man geht bei einer Straßenleuchte von durchschnittlich 4 200 Beleuchtungsstunden im Jahr aus. (HQL werden alle drei Jahre ausgetauscht.) LED-Leuchten sind unempfindlich gegen Erschütterungen, haben eine bessere Farbwahrnehmung, strahlen in die nutzbare Richtung und sind temperaturunempfindlich. „Viele öffentliche Gebäude werden in Zukunft energetisch saniert, mit unserer Umrüsttechnik geht das auch bei der öffentlichen Beleuchtung ohne die Masten auszutauschen“. so Shahrokhshahi. BöSha hat die Möglichkeit 65 Leuchtentypen für Fußwege und Straßen auf die neue LED-Technik umzurüsten. „Die LED-Technik ist der kommende Fortschritt. Sie ist vielen noch nicht so bekannt. Hervorzuheben ist die Möglichkeit der schnellen Umrüstung und das ohne viel Aufwand. Das ist effiziente Innovation“, meint Sensburg. Durch Zufall ist BöSha in den Bereich der Außenbeleuchtungstechnik gelangt, denn seit mehr als 30 Jahren ist das Familienunternehmen Systemlieferant für den Bergbau und Industrieleuchten mit den Bereiche der sogenannten „Zone 0“ (Explosionsgefahr). Das Unternehmen hat 45 Mitarbeiter, arbeitet seit 20 Jahren mit den Caritaswerkstätten Brilon zusammen und beschäftigt im ländlichen Bereich Brilon noch einige Heimarbeiter.