Erhalt der Apotheken im Hochsauerlandkreis muss sichergestellt werden

04.07.2017

Der heimische Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg setzt sich für den Erhalt der Apotheken vor Ort im Hochsauerlandkreis, und gegen den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, ein.
„Gerade im ländlichen Raum sind die Apotheken vor Ort ein unverzichtbarer Bestandteil der wohnortnahen gesundheitlichen Versorgung. Ich unterstütze daher die Vorschläge unseres Gesundheitsministers Hermann Gröhe, der sich gegen den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten ausspricht und hoffe sehr, dass wir noch vor der Sommerpause zu einer Lösung kommen“, so Sensburg bei einem Besuch in der Schwanen-Apotheke in Eslohe.
 
Dem kann der Esloher Apotheker Dr. Rochus Franzen nur zustimmen: „Die Versorgung mit Arzneimitteln ist weit mehr als nur der Verkauf von Medikamenten. Es geht auch um persönliche Beratung, rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche, um individuell gefertigte Rezepturen, um persönliche Haftung und um hohe personelle und betriebliche Qualitätsstandards. All das leisten die heimischen Apotheken vor Ort und mit ihren Notdiensten in der Nacht und an den Wochenenden, während sich der ausländische Versandhandel nur die Rosinen herauspickt und an den Allgemeinwohlpflichten nicht beteiligt“, so Franzen.

Im vergangenen Oktober hatte ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Unruhe in den heimischen Apotheken gesorgt. Die Richter hatten damals entschieden, dass auch Versandapotheken rezeptpflichtige Medikamente nach Deutschland verschicken können, ohne sich an die Arzneimittelverordnung halten zu müssen. Was sich zunächst sehr bürokratisch anhört, bedeutet im Klartext, dass sich die sog. Präsenz-Apotheken vor Ort einem Preiskampf mit im Ausland ansässigen Kapitalgesellschaften stellen müssten, den sie aufgrund der Arzneimittelverordnung kaum gewinnen könnten. Die Medikamentenversorgung vor Ort wäre damit über kurz oder lang gefährdet. Dass insbesondere die in Deutschland staatlich regulierte Arzneimittelpreisverordnung die Patienten und die Solidargemeinschaft durch einheitliche Abgabepreise bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln schützt und nicht benachteiligt, ist ein weiterer wichtiger Aspekt.